// Verbinden · Datensicherung & Wiederanlauf
Backup und Disaster Recovery
Sichern ist die Pflicht, zurückholen die Kür. Wir bauen Sicherungen, die ein Angreifer nicht mit löschen kann — und üben den Weg zurück, bevor er gebraucht wird.
// Der eigentliche Punkt
Niemand braucht ein Backup. Alle brauchen ein Restore.
In fast jedem Betrieb, den wir übernehmen, läuft irgendeine Sicherung. Grüne Haken im Protokoll, Bänder oder Platten im Schrank, ein Häkchen im Vertrag. Die unangenehme Frage stellt sich erst am Ernstfalltag: Wie lange dauert es, bis das Warenwirtschaftssystem wieder Aufträge annimmt?
Häufig stellt sich dann heraus, dass zwar Dateien gesichert wurden, aber nicht die Konfiguration, die aus einem leeren Server wieder ein arbeitendes System macht. Oder dass die Sicherung auf demselben Speicher liegt wie die Daten und der Angreifer beides erwischt hat.
Deshalb drehen wir die Reihenfolge um. Wir fragen zuerst, welche Prozesse ein Unternehmen ohne IT wie lange durchhält, und bauen die Sicherung anschließend so, dass sie diese Vorgabe erfüllt. Was am Ende zählt, ist die Zeit bis zum ersten wieder verkauften Auftrag.
// 3-2-1
Drei Kopien, zwei Medien, eine außer Haus
Eine bewährte Aufteilung, die kein einzelnes Ereignis gleichzeitig treffen kann.
Die schnelle Kopie im Haus
Für den Alltagsfall: eine versehentlich gelöschte Datei, ein überschriebenes Dokument, ein defektes Laufwerk. Diese Kopie liegt griffbereit und ist in Minuten zurückgeholt.
Die Kopie außer Haus
Für den Fall, dass der Standort selbst betroffen ist — Wasser, Feuer, Einbruch. Sie liegt in einer anderen Umgebung mit eigenen Zugangsdaten.
Die Kopie, die niemand löscht
Für den Angriffsfall: einmal geschrieben, danach für eine festgelegte Frist unveränderlich. Auch mit gestohlenen Administratorrechten führt daran kein Weg vorbei.
// Ablauf
Vom Konzept zum belegten Wiederanlauf
Der letzte Schritt ist der wichtigste — und der, den die meisten Sicherungskonzepte auslassen.
Was wie lange fehlen darf
Wir gehen die Geschäftsprozesse durch und legen fest, welche Systeme zuerst zurückkommen und wie viel Datenverlust an welcher Stelle tragbar ist.
Sicherung einrichten
Automatische Läufe, getrennte Zugänge für die Sicherungsumgebung, unveränderbare Kopien und eine Ablage außer Haus.
Zurückholen üben
Wiederherstellung einzelner Dateien und ganzer Systeme in einer abgetrennten Umgebung — mit schriftlichem Ergebnis statt mündlicher Zusage.
Dranbleiben
Fehlgeschlagene Läufe melden sich von selbst, neue Systeme werden aufgenommen, und der Test wird wiederholt statt einmalig abgehakt.
// Ernstfall
Der Tag, an dem es zählt, ist kein guter Zeitpunkt zum Nachdenken
Am Tag eines Ausfalls entscheidet nicht die Technik, sondern die Vorbereitung. Wer vorher weiß, wen er anruft und in welcher Reihenfolge Systeme zurückkommen, verliert Stunden. Wer das erst klärt, verliert Tage.
Zur CybersicherheitBetroffene Systeme trennen, Ausmaß feststellen, Entscheider erreichen — nach fester Liste, nicht aus dem Gedächtnis.
Die vereinbarten Kernsysteme kommen zurück, alles andere wartet bewusst.
Restliche Dienste, Nacharbeiten und die Frage, wie der Vorfall hereinkam.
Was gefehlt hat, wandert in den Plan. Jeder Ernstfall verbessert den nächsten.
// Selbstprüfung
Fragen, die Ihr Notfallplan beantworten sollte
Wenn Sie hier zweimal zögern, lohnt sich ein Blick von außen.
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Wann wurde zuletzt etwas zurückgespielt?
Nicht geprüft, sondern tatsächlich wiederhergestellt — mit Datum und Ergebnis.
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Wer darf im Ernstfall entscheiden?
Zum Beispiel darüber, ob Systeme vom Netz gehen und der Betrieb pausiert.
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Kommt die Sicherung ohne Ihr Hausnetz aus?
Wenn die Sicherung nur aus dem eigenen Netz erreichbar ist, hilft sie bei einem Standortschaden nicht.
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Sind Zugangsdaten auch offline verfügbar?
Kennwörter im verschlüsselten Tresor auf dem betroffenen System nützen im Ernstfall wenig.
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Weiß die Belegschaft, was sie tun soll?
Ein Ablaufblatt am Arbeitsplatz verhindert, dass alle gleichzeitig dieselbe Nummer anrufen.
// Fragen zu Backup & Recovery
Was Unternehmen zur Datensicherung fragen
01 Was bedeutet die 3-2-1-Strategie?
Drei Kopien Ihrer Daten, gespeichert auf zwei unterschiedlichen Medien, davon eine außerhalb des Hauses. Der Gedanke dahinter ist einfach: Kein einzelnes Ereignis — kein Brand, kein Defekt, kein Verschlüsselungsangriff — darf alle Kopien gleichzeitig erwischen.
02 Reicht ein Backup als Schutz vor Verschlüsselungsangriffen?
Nur wenn die Sicherung selbst nicht erreichbar ist. Angreifer suchen heute gezielt nach Sicherungen und löschen sie zuerst. Deshalb arbeiten wir mit Kopien, die nach dem Schreiben nicht mehr verändert werden können, und mit getrennten Zugängen für die Sicherungsumgebung.
03 Testen Sie die Wiederherstellung wirklich?
Ja, und zwar geplant statt bei Gelegenheit. Wir stellen einzelne Dateien, ganze Postfächer und komplette Systeme in einer abgetrennten Umgebung wieder her und halten das Ergebnis schriftlich fest. Eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung.
04 Wie schnell sind wir nach einem Ausfall wieder arbeitsfähig?
Das entscheiden Sie mit — über die Frage, welche Systeme zuerst zurückkommen müssen. Wir legen diese Reihenfolge gemeinsam fest und richten die Sicherung danach aus. Was tatsächlich erreichbar ist, zeigt der Wiederherstellungstest, nicht ein Versprechen im Angebot.
05 Sichern Sie auch Daten, die bereits in der Cloud liegen?
Ja. Ein entfernter Dienst ersetzt keine Sicherung — gelöschte oder verschlüsselte Inhalte sind dort genauso weg. Wir ziehen deshalb eigene Kopien aus Cloud-Diensten und legen sie außerhalb dieser Umgebung ab.
06 Was gehört in einen Notfallplan?
Wer im Ernstfall entscheidet, wer informiert wird, in welcher Reihenfolge Systeme zurückkommen und wie ohne IT weitergearbeitet wird, bis sie wieder läuft. Der Plan liegt bewusst auch in Papierform vor — im Ernstfall ist die Dateiablage oft gerade das Problem.
Passt dazu
Wann haben Sie zuletzt etwas zurückgeholt?
Wir sehen uns Ihre bestehende Sicherung an, spielen probeweise zurück und sagen Ihnen, wie lange ein Wiederanlauf mit dem heutigen Stand wirklich dauern würde.